Sturzrisiko

Jährlich werden mehr als 400.000 Patienten mit einem Alter über 50 Jahre wegen eines Sturzes stationär behandelt teilt aerzteblatt.de am 19. September 2018 mit. Thema: „Unfallchirurgen und Geriater warnen vor Sturzgefahr im Alter“. Die tatsächliche Zahl der Stürze insgesamt ist sehr viel höher anzusetzen.

Gerade ältere Menschen reagieren besonders sensibel auf – zentralgängige - Arzneimittel. Sturzauslöser können beispielsweise sein:

  1. Bewegungsabläufe, die durch Nebenwirkungen von Wirkstoffen beeinflussbar sind:
    • Gelenkschmerzen (Arthralgie)
    • Muskelschmerzen (Myalgie)
    • Muskelschwäche
    • Gleichgewichtsstörung
    • Steifheit
    • Ataxie (Störung der Bewegungskoordination
    • Rhabdomyolyse (Untergang von Muskelfasern)
    • Tremor (feingliedriges Zittern)
    • EPMS (extrapyramidalmotorische Störungen; Steuerung der feinen Bewegungsabläufe)
    • Arzneimittel, die Bewegungsstörungen auslösen können
       
  2. Arzneimittel mit einem Sturzrisiko werden auch vom DNQP benannt (Deutsches Netzwerk für Qualitätsmanagement in der Pflege).
     
  3. Weitere Sturzrisiken bestehen in einer Inkontinenz, Halluzinationen (Trugbilder) und einem Natriummangel (z.B. durch Elektrolytverschiebung durch Arzneimittel)
     
  4. Multimedikation / Polypharmazie verschärft die Situation:
    • Nebenwirkungen häufen und addieren sich
    • Wechselwirkungen können Nebenwirkungen noch verstärken.
       

Wenn es schwer fällt, zu entscheiden, ob beispielsweise eine Treppe nach oben oder nach unten führt, dann ist der nächst Sturz schon vorprogrammiert. Derartige Situationen können auch durch Nebenwirkungen von Medikamenten entstehen, wenn beispielsweise Sehstörungen, Verwirrtheit oder Desorientierung  innerhalb einer Medikation – auch mehrfach - auftreten.

 


Leistungsumfang der Medikations-Risiko-Darstellung:

Zum Thema Sturzrisiko werden folgende Nebenwirkungen und die dazu passenden Beschwerden analysiert:

  1. Nebenwirkungen / Beschwerden
    • Störung der Sehfähigkeit
    • Verschwommensehen
    • Doppeltsehen
    • Blutdruck kann fallen / erniedrigt
    • Orthostatische Dysfunktion
    • Bradykardie (Puls <50 Schläge / min)
    • Blutzucker kann erniedrigt sein / kann fallen
    • Hypoglykämiegefahr
    • Verwirrtheit
    • Schwindel
    • Halluzinationen
       
  2. Nebenwirkungen, die Bewegungsabläufe stören können und weitere:
    • Steifheit
    • Tremor
    • Ataxie (Störung der Bewegungskoordination)
    • Arthralgie (Gelenkschmerz)
    • Myalgie (Muskelschmerz)
    • Bewegungsstörung
    • Rückenschmerzen
    • Gelenkschwellung
    • Muskelschwäche
    • Muskelkrämpfe
    • Gleichgewichtsstörung
    • potenziell erniedrigte Krampfschwelle
    • nicht abrupt absetzen (Wegen einer eventuellen Medikationsanpassung)
       
  3. Essentielle Nebenwirkungen (ohne unmittelbare Beschreibung durch Patienten)
    • Arzneimittel mit Sturzrisiko nach ApoThesen
    • Arzneimittel mit Sturzrisiko nach DNQP
      (Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege)
    • Hyponatriämie
    • Parkinsonoid (≠ Morbus Parkinson)
    • Serotonerge Eigenschaften
    • Rhabdomyolyse  (Schädigung von Muskelfasern)
    • ACB (anticholinerge Belastung durch Arzneimittel)
    • Priscus-Liste Negativ-Liste für Arzneimittel bei geriatrischen Patienten)
    • nicht abrupt absetzen (Wegen einer eventuellen Medikationsanpassung)

Die analytische Auswertung berücksichtigt das qualitative Auftreten der genannten Nebenwirkungen sowie deren Quantität innerhalb der Medikation. Wahrscheinlichkeitsangaben über das Eintreten einer Nebenwirkung erfolgen nicht.

Wechselwirkungen werden gesondert aufgeführt.

Wir verweisen an dieser Stelle auch auf die Beachtung derAGB und der Datenschutzhinweise.

Bei der Medikations-Risiko-Darstellung handelt es sich um eine Medikationsanalyse ohne abschließende Erfolgsgarantie. Es gibt keine Garantie dafür, dass nach Umsetzung der Analyse Neben- und Wechselwirkungen wirklich verschwinden. Wir halten jedoch die Chancen dafür sehr hoch, wenn es ärztlicherseits gelingt, auf Basis der Medikations-Risiko-Darstellung  beispielsweise die Multimedikation zu verringern, die Anwendungsdosierungen anzupassen oder andere, geeignetere Medikamente zur Behandlung einzusetzen, wenn sich diese Optionen ergeben.