Pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige leisten einen unschätzbar wertvollen Dienst an kranken Menschen. Sie geben Vertrauen, investieren Zeit und Pflege mit Hingabe. Ihnen gebührt Respekt.

Ein differenzierter Blick, der das Engagement erhellt, darf auch danach fragen, welche Symptome im Laufe der Pflege "hinzugekommen" sind. D.h. weitere Symptome, die einen zusätzlichen Pflegeaufwand erfordern, können auch durch eine (Multi-)Medikation entstehen. Nebenwirkungen von Arzneimitteln können spontan neu auftreten oder bei einer Änderung der Medikation einen additiven Effekt auslösen, der erst danach in Erscheinung tritt.

Folgende Fragen nach möglichen Arzneimittel-verursachten Symptomen dürfen gestellt werden:

  • Die Überlauf- oder Tröpfelinkontinenz, die tagsüber nur eine konstant geringe Urinabgabe zeigt und sich erst am Abend, wenn der Patient zum Liegen kommt, "entlädt".
  • Desorientierung  
  • Demenzielle Symptome durch Arzneimittel
  • Ist die anticholinerge Last der Medikation so groß, dass zentrale und periphere Beschwerden spürbar geworden sind?
  • Sturzrisiko / Bewegungsstörung durch Arzneimittel  
  • Desorientierung  
  • Können Betroffene entscheiden, ob eine Treppe hoch- oder runter führt?
  • Kognitive Einschränkungen
  • Ototoxische Risiken (Schwindel, schlechtes Hören, Tinnitus o.ä.: durch Arzneimittel beeinflusst oder maskiert?
  • Schmerz, der durch starke Schmerzmittel (oder deren Kombination) nicht ausreichend gesenkt wird?
  • Schlafstörung durch Arzneimittel?
  • Delirante Zustände durch Arzneimittel? (Diese können bei älteren Menschen jederzeit, ohne Ankündigung eintreten)
  • Verstopfung durch (anticholinerg-wirkende) Arzneimittel? - außer bei einer Opiat-Therapie, die verpflichtend mit Laxanzien behandelt wird.