Anticholinerge Last

Wichtiger Hinweis zur "anticholinergen Belastung".

Acetylcholin ist ein Botenstoff, der viele Funktionen im Körper hat, besonders ist er auch zentral für die Gedächtnisleistung mitverantwortlich.

Wenn dieser Botenstoff aus medikamentösen oder aus Krankheitsgründen in nicht ausreichender Menge vorhanden ist, spricht man von "anticholinerger Belastung". Alzheimer-Patienten beispielsweise haben in der erkennbaren Ausprägung dieser Erkrankung zu wenig Acetylcholin und können daher auffällige Aufgaben / Funktionen nicht mehr ausreichend bewältigen. Dazu gehören beispielsweise die Orientierung und auch die Unfähigkeit, die Blasenfunktion zu steuern und andere.

Lassen Sie sich die Unterschiede einer dementiellen Inkontinenz und einer (medikamentös induzierten) Tröpfelinkontinenz von Ihrem behandelnden Arzt erklären.

Wenn Arzneimittel der Grund dafür sind, dass zu wenig Acetylcholin im Körper vorhanden ist - also eine anticholinerge Belastung durch die Medikation erzeugt wird - dann können ebenfalls Symptome auftauchen, die denen der Demenz ähnlich sind oder auch von dieser nur schwer zu unterscheiden sind.

Das ist der Grund warum in der Medikations-Risiko-Darstellung die "anticholinerge Belastungen" als Zahlen („Score“) angezeigt werden. Der Wert "3" sollte in der Summe eigentlich nicht überschritten werden.

Auch Medikamente, die keinen Bezug zu Acetylcholin haben, können Nebenwirkungen erzeugen, die ebenfalls einen demenziellen Charakter vermuten lassen. Wiederum andere können unmittelbar eine Demenz bei älteren Menschen erzeugen oder sollten gar nicht oder nur unter ganz strengen Kontrollen bei einer Demenz verwendet werden. Diese sind in der Medikations-Risiko-Darstellung gekennzeichnet.