Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Verabreichung mehrerer Arzneimittel birgt die grundsätzliche Möglichkeit von Wechselwirkungen mit unterschiedlichem Charakter der beteiligten Wirkstoffe untereinander.

Es gibt unterschiedliche Qualitäten von Wechselwirkungen: Die jeweiligen Interaktionen können Wirkungsverstärkungen, Verstärkung von Nebenwirkungen, toxische Reaktionen, Wirkungsminderungen bzw. Aufhebung der Wirkungen auslösen.

Dementsprechend wird in den Fachinformationen von „Kontraindikation“, „Vermeiden“, „Keine Empfehlung“, „Wirkungsverstärkung von Nebenwirkungen“, „Wirkungsminderung bzw. Aufhebung der Wirkung“ (Antagonisierung) berichtet, wenn entsprechende Wirkstoffe zusammen verabreicht werden.

Ob eine Wechselwirkung eintritt, bzw. eine vorhandene Nebenwirkung beeinflusst wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Die individuelle Konstitution, das Alter und die Dosierung sind hervorzuheben, aber besonders auch die Vielzahl von Medikamenten, die gleichzeitig verabreicht werden. Hier ist besonders die Multimedikation bei alten und älteren Menschen hervorzuheben, die Wechselwirkungen von Wirkstoffen exponentiell steigen lassen.

In der Medikations-Risiko-Darstellung werden bekannte Wechselwirkungen innerhalb einer individuellen Medikation- nach ihrer Art sortiert – übersichtlich dargestellt.

Nicht jede Wechselwirkung wird von Patienten wahrgenommen. Wenn aber störende Beschwerden beim Patienten auftreten und Wechselwirkungen einen Hinweis auf potenzielle Unverträglichkeiten und Risiken geben, kann die betreffende Medikation mit dem behandelnden Arzt besprochen werden und dieser für Abhilfe sorgen.
Letztlich bewertet und befindet nur der behandelnde Arzt über offengelegte Wechselwirkungen und legt die medikamentöse Therapie fest.

Als Maßnahmen zur Verringerung des Wechselwirkungsrisikos sind zu nennen:

  • Verringerung der Polymedikation
  • Überprüfung der Indikationsstellungen / Medikationshygiene
    (Wofür wird welches Arzneimittel verabreicht?)
  • Anpassung der Dosis
  • Kontrolle klinischer Parameter
  • Prüfung möglicher Alternativen (falls Absetzen nicht möglich ist)
  • gewisse Symptome / Missempfindungen können bei spezieller Indikation u.U. nicht vermindert werden, soweit diese in Grenzen erträglich sind.