Nebenwirkungen

Es ist nahezu sicher, dass jedes wirksame Medikament zusätzlich zur Hauptwirkung auch Nebenwirkungen hat.

Nebenwirkungen von Arzneimitteln werden in den Beipackzetteln und Fachinformationen auch mit der Wahrscheinlichkeit angegeben, mit der sie eintreten können:

  • sehr häufig,
  • häufig,
  • gelegentlich,
  • selten,
  • sehr selten.

Diese Angaben sind für die Zulassung von Medikamenten ganz sinnvoll. Eine Empfehlung zur Anwendung stellen sie ganz sicher nicht dar. Für Ihre Medikamention heißt dies:

Nebenwirkungen kann man einerseits zur Kenntnis nehmen, andererseits möchte man auf deren Eintreten verzichten, was leider nicht immer möglich ist. Ob Nebenwirkungen eintreten, hängt unter anderem davon ab, wie sehr sich beispielsweise in einer Multimedikation Nebenwirkungen häufen.

Viele Eigenschaften von Arzneimitteln haben einen streng additiven Charakter und können deshalb die Verträglichkeit einer Medikation negativ beeinflussen, wie es beispielsweise die anticholinerge Last („ACB = AntiCholinergic Burdon“) verursacht.

Die Konsequenzen sind insbesondere bei Langzeittherapien zu spüren, wenn zur ursprünglichen Erkrankung weitere Beschwerden wahrgenommen werden, die man durchaus in der Liste von Nebenwirkungen wiederfinden kann. Um die Konzentration, bzw. Dichte der spürbaren Nebenwirkungen tatsächlich wiederzufinden, ist es sinnvoll, die Aufbereitung der unerwünschten Wirkungen übersichtlich („synoptisch“) darzustellen, wie es in der Medikations-Risiko-Darstellung angeboten wird.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen lassen sich nicht vermeiden. Kritisch wird es erst dann, wenn diese spürbar in Erscheinung treten. Betroffene können Nebenwirkungen als zusätzliche Beschwerden, die im Laufe der medikamentösen Therapie auftreten, wahrnehmen.

  • Die Medikations-Risiko-Darstellung hinterleuchtet diese Beschwerden:
    Es wird  - je nach ausgewählter Indikation – nach charakteristischen Beschwerden gefragt und diese dann den potenziell auslösenden Medikamenten zugeordnet.
     
  • Mit Hilfe der Medikations-Risiko-Darstellung werden die Nebenwirkungen der aufgeführten Wirkstoffe  dargestellt und auf diese Weise Risiken zur Verträglichkeit von Medikamenten offengelegt. Oft genügt es, wenn Risiken minimiert werden – z.B. durch ärztlich kontrolliertes Absetzen von Medikamenten, um die Last der Nebenwirkungen zu senken und die gesamte Verträglichkeit der verbleibenden Medikamente zu verbessern, trotz der dann noch verbleibenden restlichen Nebenwirkungen. Siehe auch: Stichwortliste - "Medikation anpassen".

Mit der Medikations-Risiko-Darstellung sollen u.a. auch vermeidbare Beschwerden durch die Häufung der Nebenwirkungen von Arzneimitteln erkannt und offen gelegt werden.

Die Medikations-Risiko-Darstellung bezieht Beschwerdeangaben des Patienten mit in die Medikationsanalyse ein und ordnet diese den potenziell auslösenden Arzneimitteln zu.

Genau hierin liegt das Potenzial, mögliche Schäden durch Arzneimittel gezielt zu vermeiden – aber auch die Problematik, dass bereits eingetretene Schäden / Beschwerden aus mangelndem, strukturellem Wissen nicht behoben werden (können).

Mit der Medikations-Risiko-Darstellung werden Medikationsrisiken für häufige Krankheitsbilder bei älteren Erwachsenen offengelegt und prinzipiell kann auch schon vor der Verschreibung eines Arzneimittels auf Risiken hingewiesen werden.

Wenn dies bisher schon aus unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend geschieht, so können doch wenigstens Patienten und deren pflegenden Angehörigen die bereits eingetretenen Beschwerden einer medikamentösen Risikoanalyse unterziehen, um dann eine Medikationsanpassung bei dem behandelnden Arzt zu erreichen.