Multimedikation

Multimedikation bedeutet die Anwendung von mehr als 4 bis 5 Arzneimitteln täglich
(Gleichbedeutend mit dem Begriff "Polymedikation" oder "Polypharmazie").

Je mehr Arzneimittel zur Anwendung kommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von stark zunehmenden Medikationsrisiken, die sich durch (additive) Nebenwirkungen und einer schier unüberblickbaren Zahl an mehr oder weniger risikobehafteten Wechselwirkungen ergeben.

Jedoch gibt es sehr viel mehr Medikationsrisiken für ältere Menschen als "nur" die Multimedikation. In der Multimedikation können sich auf fatale Weise nachteilige Nebenwirkungen addieren, auf die ältere Menschen sehr viel sensibler reagieren als jüngere Menschen.

Nicht nur die Nierenleistung lässt ab dem 40. Lebensjahr ca. 1% jährlich nach, auch die Leberdurchblutung ("Leberperfusion") wird geringer und damit auch deren Leistungsfähigkeit in der Verstoffwechselung von Arzneimitteln. Dies hat zur Konsequenz, dass Arzneimittel in der Regel länger und stärker wirken, weil ihre Ausscheidung („Metabolisierung“) verzögert ist. Diese Verzögerung bedeutet sowohl eine längere Verweildauer als auch eine erhöhte Konzentration des Wirkstoffes bei fortgesetzter Medikamenteneinnahme.

Im Alter sollten Arzneimittel mit dem gleichen heilenden Vorsatz abgesetzt werden, wie sie angesetzt werden, um das Risiko der Multimedikation zu verringern. Natürlich kann dies nur der behandelnde Arzt entscheiden, zumal eine ganze Reihe von Wirkstoffen nicht abrupt abgesetzt werden dürfen. Der Arzt sollte dann ein "Ausschleichregime" festlegen. Derartige Arzneimittel werden in der Medikations-Risiko-Darstellung zur Sicherheit gekennzeichnet.