Schwindel

Sehr viele (ältere) Menschen leiden unter Schwindel. Einerseits ist dies dem Alter geschuldet. Auffällig ist, dass gleichzeitig viele Betroffene auch viele Arzneimittel einnehmen – und damit polypharmaziert sind, und  mehr als 5-6 Arzneimittel täglich einnehmen. Dass Arzneimittel schwindelig machen können, wissen die meisten – nur welche? – und warum? und wie viele sind es in meiner Medikation?

Da es unterschiedliche Ursachen des Schwindels gibt – durch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, durch optische Informationen und durch Muskeln/Gelenke – haben Arzneimittel gleich mehrere „Angriffsflächen“, um potenziell Schwindel auslösen zu können. Bei Patienten, die gleich mehrere oder viele Arzneimittel zu sich nehmen, ist das Risiko erhöht.

Eine grundsätzlich sinnvolle Maßnahme seitens des Arztes ist die Reduzierung der vielen Arzneimittel, wenn denn eine Polypharmazie / Multimedikation vorliegt.

Unsere Medikations-Risiko-Darstellung zeigt in unterschiedlichen Aspekten, welche potenziellen Risiken hinsichtlich des Eintretens von Schwindel gegeben sein können.

Der Schwindel als charakteristische Nebenwirkung bei Arzneimitteln ist sehr häufig. Gerade deshalb ist es sinnvoll, auch weitere Nebenwirkungen, die ihren Beitrag zum Schwindel leisten können, offen zu legen.

Die anticholinerge Last (siehe dort) – hier als ACB gekennzeichnet - trägt durch ihre zentrale Belastung zur Desorientierung und Schwindel bei, sollte sie bei mehreren verordneten Arzneimitteln gleichzeitig aktiv zum Zuge kommen.

Arzneimittel mit einem möglichem ototoxischem Einfluss auf das Innenohr sollten schließlich vom Arzt als potenzieller Auslöser von Schwindel mit ins Kalkül gezogen werden. Ebenso diejenigen Arzneimittel, die eine ototoxische Aktivität maskieren können.

In der Leistungsbeschreibung zu unserer Medikations-Risiko-Darstellung werden wir weitere Eigenschaften zur Analyse hinzuziehen; siehe weiter unten.

Informationen zum Schwindel bei älteren Menschen findet man reichlich im Internet – leider werden diesbezüglich die potenziell in Frage kommenden Arzneimittel nicht erwähnt.


Leistungsumfang der Medikations-Risiko-Darstellung:

Zum Thema Schwindel werden folgende Nebenwirkungen und die dazu passenden Beschwerden analysiert:

  1. Nebenwirkungen von Arzneimitteln, die einen Einfluss auf Schwindel haben können
    • Schwindel
    • Gleichgewichtsstörung
    • Verwirrtheit
    • Desorientierung
    • Benommenheit
    • Müdigkeit
    • niedriger Blutdruck / mögliche Blutdrucksenkung
    • Blutdruckschwankungen
    • Orthostatische Beschwerden
    • Bradykardie (Puls < 50 Schlägen / min.)
       
  2. Weitere Nebenwirkungen von Arzneimitteln, die einen Einfluss auf Schwindel haben können:
    • Sehstörung
    • Verschwommensehen
    • Doppeltsehen
    • Konzentrationsstörung
    • zentrale Dämpfung
    • erniedrigter Blutzucker
    • Hypoglykämie
    • Bewegungsstörung
       
  3. Essenzielle Arzneimitteleigenschaften /  Eignung von Medikamenten im Alter sowie Behandlungsmedikamente lt. Leitlinie SMS nach DGN
    • Anticholinerge Last (ACB-Score)
    • Priscus-Liste
    • Hyponatriämie
    • Arzneimittel mit ototoxischem Potenzial
    • Maskierung einer Ototoxie durch Arzneimittel
    • Angst
    • Depression
       

Die analytische Auswertung berücksichtigt das qualitative Auftreten der genannten Nebenwirkungen sowie deren Quantität innerhalb der Medikation. Wahrscheinlichkeitsangaben über das Eintreten einer Nebenwirkung erfolgen nicht.

Wechselwirkungen werden gesondert aufgeführt.

Wir verweisen an dieser Stelle auch auf die Beachtung derAGB und der Datenschutzhinweise.

Bei der Medikations-Risiko-Darstellung handelt es sich um eine Medikationsanalyse ohne abschließende Erfolgsgarantie. Es gibt keine Garantie dafür, dass nach Umsetzung der Analyse Neben- und Wechselwirkungen wirklich verschwinden. Wir halten jedoch die Chancen dafür sehr hoch, wenn es ärztlicherseits gelingt, auf Basis der Medikations-Risiko-Darstellung  beispielsweise die Multimedikation zu verringern, die Anwendungsdosierungen anzupassen oder andere, geeignetere Medikamente zur Behandlung einzusetzen, wenn sich diese Optionen ergeben.